GEO Reportage
Pyrenäen, ein Hirte zwischen Himmel und Erde
360° Reportage
Sie stehen für Ruhe, Entspannung und Erfrischung in den heißen Sommermonaten: Die andalusischen Patios sind die architektonische Antwort auf die brütende Hitze, wenn in Südspanien das Thermometer bis auf 50 Grad Celsius klettert. Ihren Ursprung haben die Innenhöfe in der römischen Antike. Die muslimischen Herrscher ergänzten sie zu den Zeiten von „Al-Andalus“ - dem maurischen Reich auf der iberischen Halbinsel - um Pflanzen, Brunnen und die typischen Farben. So entstand in Andalusien über die Jahrhunderte eine ganz eigene, von zahlreichen kulturellen Einflüssen geprägte Patio-Kultur. In Córdoba sind die grünen Oasen der ganze Stolz der Stadt. Über 3.000 traditionelle Patios gibt es bis heute in der historischen Innenstadt - die Kultur rund um die begrünten Innenhöfe der andalusischen Hauptstadt wurde 2012 von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt. Während die Innenhöfe im Alltag Ruhe und Erholung spenden sollen, macht sich im Frühjahr hektisches Treiben breit. Denn dann steht der große Wettbewerb der Patios vor der Tür - ein Fest, das vor über 100 Jahren ins Leben gerufen wurde und bis heute die größte Feierlichkeit der Stadt ist. Die Patio-Besitzer nutzen nun jede freie Minute, um ihren Innenhof auf Vordermann zu bringen. Sie pflanzen, zupfen und gießen um die Wette. Denn wenn im Mai die Jury loszieht, muss alles perfekt sein - nur so haben sie eine Chance auf den ersten Preis für den schönsten Patio der ganzen Stadt. Farbenfreudige Geschichten, die das Leben schreibt. Reisen, Rituale und Feste mit Menschen aus aller Welt.
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Beschreibung
Der 36-jährige Brice Delsouiller ist ein ungewöhnlicher Mann - sechs Monate im Jahr verbringt er auf den 3.000 Meter hoch gelegenen Sommerweiden in den Pyrenäen, um Kühe zu hüten. Der Enge des Alltags seines Heimatortes versuchte er sich seit jeher zu entziehen - und fand so nicht nur sein Glück in der Einsamkeit der Berge, sondern entdeckte eine weitere Leidenschaft: die des Skyrunnings, des Extrem-Berglaufs. Wer ihn beobachtet, traut seinen Augen nicht: Wie eine Gämse springt er von Bergkuppe zu Bergkuppe, stundenlang rennt er durch Täler und über Berghänge, durch unwegsame, steinige Landschaft. Brice Delsouiller hütet hier im Sommer etwa 400 Kühe, eine Mammut-Aufgabe, denn das Gelände ist unwegsam und Brice treibt seine Tiere immer höher, dorthin, wo das Gras am saftigsten, die Freiheit am größten ist. In seiner kleinen Berghütte lebt er ohne warmes Wasser, ohne Strom, ohne moderne Kommunikation. Nur mit seinen beiden Hunden und seinen Büchern. Seit 14 Jahren führt er dieses Leben als Hirte, erst vor vier Jahren hat er angefangen zu laufen. Zunächst, um seinen Hunden beim Hüten zu helfen, versprengte Tiere zu suchen oder um unten im Tal einzukaufen. Daraus wurde eine Sucht, eine Besessenheit, die ihn ständig an die eigenen Grenzen führt: „Ich weiß nicht, warum ich renne. Es ist eine Selbstverständlichkeit. Mein Körper wollte immer rennen. Ich fühle mich leicht, mächtig. Seit 14 Jahren lebt mein Körper in den Bergen, ist durch die Höhenunterschiede und den Mangel an Luft geformt und geschmiedet. Mein Körper hat sich komplett an die Bergwelt angepasst.“ Die Wettrennen in Katalonien und Andorra werden ihm zeigen, wo er steht, denn hier laufen die Besten. „GEO Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.
TV Zäitplang
| Kanal | Zeit | Titel |
|---|---|---|
| Méindeg, 05:55 | GEO Reportage | |
| Dënschdeg, 06:00 | GEO Reportage | |
| Freideg, 05:55 | GEO Reportage | |
| Samschdeg, 07:40 | GEO Reportage |