Bericht aus Berlin
Moderation: Anna Engelke
Bericht aus Berlin
Weltspiegel
* Frauenfußball in Gaza: Trotz Amputationen am Ball Vor einem Jahr hat Dalia al-Fakhuri bei einem israelischen Luftangriff ihr Bein verloren. Heute steht sie trotz Amputation auf einem Fußballplatz im Zentrum des Gazastreifens. Das gemeinsame Trainieren gebe ihr Kraft, sagt Dalia, die vor dem Krieg nie Fußball gespielt hat. Sie hofft auf eine Prothese, doch die sind aufgrund israelischer Einfuhrbeschränkungen rar. * Ukraine: Sexarbeit im Frontgebiet Während die Ukraine um ihr Überleben kämpft, entsteht im Schatten des Krieges ein neuer Markt für Intimität. In Städten nahe der Frontlinie sind Sexarbeiterinnen für viele Soldaten zu Zuhörerinnen, Trösterinnen und manchmal zu den letzten zivilen Kontakten geworden. Doch ihre Arbeitsbedingungen sind komplex: Die Frauen berichten sowohl von positiven Erfahrungen mit Soldaten als Kunden, wie zuverlässige Bezahlung und respektvoller Umgang, als auch von Problemen wie posttraumatischer Belastungsstörung, Aggression, Alkoholmissbrauch und psychischer Belastung. * Großbritannien: Brexit-Erben wollen über die Zukunft mitreden Zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum kommt ein Thema, das zuletzt Tabu war, wieder zurück: Der Exit vom Brexit. Nur noch knapp ein Drittel der Briten findet: Der Brexit sei richtig gewesen. Denn mittlerweile ist klar: Der EU-Austritt hat der britischen Wirtschaft massiv geschadet. Bei den unter 25-Jährigen wollen mehr als 80 Prozent zurück in die EU, das zeigen Umfragen, auch weil ihre Zukunftsaussichten düster erscheinen: Gute Jobs und bezahlbarer Wohnraum: Fehlanzeige. Und auch in der Politik ist das Thema zurück: Prominente Stimmen in der Labour-Partei, die die Regierung stellt, fordern eine Debatte über den Wiedereintritt in die EU. Doch die Angst vor alten Wunden oder einer erneuten Polarisierung bleibt. * Nepal: Leben als ehemalige Göttin Als Kind galt Jibika Bajracharya als „Kumari“ – eine lebende Göttin, vor der Erwachsene knieten und um Segen baten. Heute ist sie 16, lebt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in Bhaktapur und versucht, ein normales Teenagerleben zu führen – mit Schule, Abschlusszeugnis und Treffen mit Freunden. Der Weltspiegel hat Jibika schon getroffen, als sie Kindergöttin war, und dreht jetzt erneut mit ihr: Wie sehr haben sie die Jahre der Verehrung und der strengen Regeln geprägt? Außerdem sind wir dabei, wie sie im Tempel auf ihre Nachfolgerin, die neue Kumari, trifft. Was haben sich die beiden Mädchen zu sagen? In ein normales Leben zurückzukehren ist gar nicht so einfach in einem Nepal, in dem Traditionen immer noch eine große Rolle spielen. * Kamerun: Monsterbikes im Matsch In ländlichen Gebieten des westafrikanischen Landes gibt es kaum gut ausgebaute Straßen. Selbst Allradfahrzeuge kommen hier an ihre Grenze. Für die Bauern in der Umgebung der Stadt Bafoussam sind Monsterbikes Lebensretter, denn anders bekommen sie ihre Produkte nicht zu den Kunden in der Stadt. Mit schweren Säcken mit Bananen oder Bohnen bepackt geht es zum nächsten Markt. Allerdings ist die Sicherheit der Monsterbikes so eine Sache – die Balance auf den schlechten Wegen eine echte Herausforderung. Immer wieder fallen auch schon mal Passagiere oder Waren von der verlängerten Sitzbank. * Russland: Kommt der Krieg jetzt bei den Menschen an? Ukrainische Drohnenangriffe, Kriegswirtschaft und höhere Preise – auf den ersten Blick scheint das bei den Menschen in St. Petersburg kaum anzukommen. Jetzt im Juni - die Zeit der weißen Nächte - ist die Stadt voller Touristen und Menschen, die auf der Straße flanieren. Aber im Gespräch erzählen uns St. Petersburger doch sehr offen, wie der Krieg ihren Alltag beeinflusst. Frauen, die nachmittags Tarnnetze knüpfen für die Front: sie erzählen davon, wie ihre Familie in der Ukraine mit ihnen gebrochen haben und einer ihrer Söhne als Soldat seit Monaten als vermisst gilt. Offene Kritik am Krieg steht in Russland unter Strafe so wie Songs über Homosexualität oder Drogen. Das betrifft auch Straßenmusiker in St. Petersburg: Welche Songs dürfen sie noch singen, ohne verhaftet zu werden? Und wie verschaffen sie sich dennoch ein Ventil, um mit dem Druck klarzukommen? Das in Deutschland wohl beliebteste Auslandsmagazin bringt packende Reportagen, die dem Zuschauer nicht zuletzt bei der Orientierung über die aktuellen Ereignisse auf dem Globus helfen sollen.
Mehr...
Beschreibung
Das Magazin zur Bundespolitik - immer sonntags 18.00 Uhr aus dem ARD-Hauptstadtstudio
TV Zäitplang
| Kanal | Zeit | Titel |
|---|---|---|
| Sonndeg, 19:00 | Bericht aus Berlin |