Die Sirene
Spielfilm Frankreich/Deutschland/Luxemburg 2023 (The Siren)
Der Ölschock von 1973 - Autofreie Sonntage
25. November 1973: Es ist der erste von vier autofreien Sonntagen. In Deutschland feiern die Menschen diesen Tag als ganz besonderes Ereignis - inmitten einer wirtschaftlichen Krise. Die Autobahnen der Bundesrepublik sind verwaist, aber in den Städten herrscht Volksfeststimmung. Auf dem Kurfürstendamm in Berlin tanzen und singen die Menschen ausgelassen. Fahrräder, Kutschen und Autos, die von Pferden gezogen werden, prägen das Straßenbild in der ganzen Bundesrepublik. Die Fahrverbote sollen Benzin einsparen, denn die westlichen Industriestaaten befürchten damals, dass das Öl knapp wird. Mit der Kutsche, dem Fahrrad oder zu Fuß auf der Autobahn unterwegs? Für viele Deutsche rufen diese Bilder nostalgische Erinnerungen an eine Reihe von vier autofreien Sonntagen im November 1973 hervor. Nach der ersten Ölkrise, die die westliche Welt erschüttert, ordnet die Bundesrepublik ein Sonntagsfahrverbot an. Ausgelassen feiern die Bürgerinnen und Bürger diese Tage, inmitten einer wirtschaftlichen Krise. Im Herbst 1973 überfallen ägyptische und syrische Truppen Israel. Besonders die Vereinigten Staaten stehen ihrem Verbündeten im sogenannten Jom-Kippur-Krieg zur Seite. Als Reaktion auf die Unterstützung der USA verhängen die arabischen erdölexportierenden Staaten ein Ölembargo gegen Washington und verkünden zudem, dass sie die Fördermenge reduzieren werden. Das führt zu einem Ölschock und zwingt die Regierungen des Westens zum Energiesparen. Für manche beginnt mit der Ölkrise auch ein neuer Lebensabschnitt: Andreas Nemitz wohnt auf dem Land - kilometerweit von öffentlichen Verkehrsmitteln entfernt. Kurzerhand kauft er ein Pferd. Als das Fahrverbot endet, behält er die Stute samt Kutsche und macht ein Geschäft daraus. Die Ölkrise von 1973 entpuppt sich als Zäsur. Der wirtschaftliche Nachkriegsboom findet ein jähes Ende. Die Umweltbewegung erhält immer mehr Zulauf und es entwickelt sich ein neues Bewusstsein für Ressourcenverbrauch, Konsum und daraus resultierende Umweltschäden.
Mer…
Beskrivelse
1980: Abadan, die Ölhauptstadt des Iran, widersetzt sich der irakischen Belagerung. Omid, 14 Jahre alt, weigert sich, die Stadt zu verlassen, und bleibt bei seinem Großvater, um auf seinen älteren Bruder zu warten, der an der Front kämpft. Als Vertretung für Farshid, einen Freund seines Bruders, der bei einem Granatenangriff schwer verletzt wurde, wird Omid zum Essenslieferanten und fährt jeden Tag auf seinem Motorrad durch die leeren Straßen Abadans. Bei der Erfüllung seiner Mission trifft er auf ungewöhnliche Charaktere, die alle ihre verschiedenen Gründe haben, in der Stadt zu bleiben. Als sich die Situation verschlechtert und die Stadt kurz vor dem Fall steht, will Omid versuchen, alle zu retten, die ihm wichtig sind - mit einem verlassenen Schiff, das er im Hafen von Abadan entdeckt hat und das seine Arche wird. Kann es die Lösung sein für die Rettung der Menschen, die ihm am Herzen liegen? Sepideh Farsis Film eröffnete 2023 das Panorama der Berlinale. Er ist Teil der langjährigen filmischen Auseinandersetzung der Regisseurin mit der Geschichte ihres Heimatlandes und der iranischen Diaspora, im ständigen Widerstand gegen das Mullah-Regime des heutigen Iran. Die Regisseurin Sepideh Farsi wurde in Teheran geboren und kam 1984 nach Paris, um ein Mathematikstudium zu beginnen, das sie aber bald abbrach, um sich dem Film zu widmen. Eine ihrer ersten Arbeiten war ein Dokumentarfilm über die iranische Diaspora. "Die Sirene" ist Farsis erster Spielfilm in Animationstechnik und hat das Panorama der Berlinale 2023 eröffnet.
Guide
| Kanal | Tid | Tittel |
|---|---|---|
| onsdag, kl. 01.25 +0200 | Die Sirene |